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Von der Finanzlethargie zum Vermögensaufbau

Zu allererst muss ich ein wenig formell werden. Dies ist keine Form der Anlageberatung.

Ich bin kein ausgebildeter Bankkaufmann oder Vermögensverwalter, der professionell Kunden beraten kann und darf. Der Blog und die Inhalte spiegeln lediglich meine eigene persönliche Meinung wieder und die Investitionen, die ich selbst tätige, beruhen auf meinen eigenen Risikokalkulationen. Ich empfehle explizit weder Kauf noch Verkauf von Wertpapieren. Ich zeige nur Möglichkeiten der Geldanlage auf. Ich investiere aus persönlichen Gründen. Jeder ist selbst für sein Geld verantwortlich und man sollte nur Geld investieren, was man auch für viele Jahre entbehren kann.

Die Idee

Der Blog soll zeigen, dass Vermögensaufbau durch Investieren in Wertpapiere einfach und relativ risikoarm sein kann und schon mit kleinen monatlichen Beträgen möglich ist. Es gibt eine Menge sehr gut geschriebener Blogs, sowie Youtubekanäle mit hochwertigen Aktienanalysen, die sehr ins Detail gehen. Sowas kann durchaus abschrecken. Ich versuche auf dieser Homepage simpel zu erklären, warum ich das mache, was ich mache. Börse ist keine Einbahnstraße. Es gibt Ups und Downs. Langfristig sollten die Ups überwiegen auch wenn vergangene Kursentwicklungen kein Garant für die Zukunft sind.

Ich lege vorwiegend langfristig an und Zeit ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Geldanlage in Wertpapiere.

Frei nach dem Motto von André Bartholomew Kostolany:

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.”

Die Ausreden

Aber, aber, aber … kurz ein paar Anmerkungen, die man oft zu hören bekommt

  • „Das Thema ist zu komplex, das ist nur was für Profis“
    • Kann es zu Beginn sein, aber in der Regel reichen Basics
    • Börse ist kein Hexenwerk und die Möglichkeiten des “Fuß fassens” am internationalen Aktienmarkt aktuell so einfach wie noch nie
  • „Das mache ich später, wenn ich Zeit dafür habe“
    • Klassische Prokrastination (in weniger fachmännischer Sprache: „Aufschieberitis“, „Drückebergeritis“)
    • Einfach anfangen ist die Devise!
  • „Ich habe gar keine Möglichkeiten zum Sparen“
    • Selbst mit 25€ / Monat (teilweise sogar 10 € / Monat) kann man mittlerweile weltweit an den globalen Aktienmärkten partizipieren
    • Konsumausgaben können nahezu immer reduziert werden (oftmals ermöglicht die Nikotinabstinenz schon ein Sparplan von 25€/Monat, vielleicht auch mal jenseits von Apple nach Smartphones umschauen usw.)
  • “Die Börse ist reine Spekulation, da kann ich auch Roulette spielen“
    • Richtig: Wenn man all-in Wirecard geht und sonst hauptsächlich spekulative Käufe betreibt, wenn man das schnelle Geld will
    • Wer alle Eier in einen Korb legt und nicht breit an den Aktienmärkten streut, für den ist ein Totalverlust viel wahrscheinlicher
    • “Breit gestreut, nie bereut” lautet daher eine der vielen Börsenweisheiten
  • „Geldanlage ? Darum kümmert sich mein Partner“
    • Welcher möglicherweise auch nicht viel über das „Sparen“ weiß
    • Keinen Überblick zu haben, was der Partner macht, kann einen evtl. (finanziell) abhängig machen
    • Problematisch kann es werden, wenn man sich aufgrund unvorhergesehener lebensverändernder Situationen auf einmal von jetzt auf gleich damit beschäftigen MUSS und das in jedem Alter (als Extrembeispiel: man erbt ein Wertpapierdepot und muss sich nun zwangsläufig mit der Materie auseinandersetz
  • “Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, es ist alles viel zu teuer”
    • Den richtigen Zeitpunkt findet man nie und spielt bei Sparplänen z.B. keine Rolle
    • Wer regelmäßig investiert, wird mal zu günstigen und mal zu teureren Kursen kaufen

Diese Punkte klingen vielleicht ein wenig vorwurfsvoll, sollen sie aber gar nicht sein. Denn Fakt ist: Bis 2018 habe ich mich eigentlich ebenfalls exakt Null mit Aktiensparen und Rentenvosorge auseinandergesetzt. Also war ich letztendlich auf einem ebenfalls sehr niedrigen Niveau und wusste es bis dahin auch nicht besser.

Fakt ist ebenso: Wer nicht anfängt aktiv zu werden und alles nur theoretisch begutachtet, wird kein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, wenn Kurse hoch und runter gehen, wenn Dividenden ausgezahlt werden und wie sich der Depotwert im Laufe der Zeit verändert.

Zeit ist Geld

Kleines Beispiel: Hätte ich 2004 schon Interesse für das Thema gehabt und während meines Zivildienstes angefangen, jeden Monat 50 € zu investieren, wären dies heute (2020) bei einer relativ human angesetzten Rendite von 5% pro Jahr ca. 14.500 € geworden.

Davon hätte man knapp 9.600 € selbst angespart (192x 50 €) und alleine fast 5000 € an Zinsen generiert. 5000 € die einfach durch Abwarten entstanden wären, bei nur 50 € monatlicher Investition, trotz allen Krisen und Konflikten auf der Welt während dieses Zeitraums

Quelle https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php

Mit 100 €/Monat seit 2004… ach lassen wir das, hätte hätte Fahrradkette.

Mehr muss man eigentlich nicht sagen: Je mehr Zeit man hat, desto mehr spielt einem der Zinseszinseffekt in die Hände. 

Wer sich auch ärgern möchte, wieviel Rendite man in einem gewissen Zeitraum aufgrund von Sparbuch, Girokonto, Kopfkissen, Tresor, Riesterrente, Bausparvertrag, Genossenschaftsanteilen, eigenem Konsumverhalten, Festgeld usw., verpasst hat, kann beim Zinseszinsrechner mal vorbeischauen, ein paar wenige Zahlen eingeben und sich schwarz ärgern.

Finanzielle Bildung und Tabuthema Geld

Deutschland steht schlecht da, wenn es um finanzielle Bildung geht. Da muss man keine Studien analysieren, das erkennt man, sobald man sich mit Freunden und Angehörigen über die Thematik unterhalten will.

Vorurteile und ein generelles Desinteresse sorgen oftmals schon für keine ausgiebige Konversation. Die Deutschen sind geprägt von der Dotcom Blase 2000 (Telekom Aktien), Finanzkrise 2007/2008 und der generellen Minderbeachtung in Schule und Ausbildung. Dass die Rente nunmal NICHT sicher ist und auch Inflation das eigene angesparte Vermögen auf dem Sparbuch/Girokonto auffrisst, ist vielen nicht bewusst. Riesterrente und Bausparverträge sind des Deutschen Liebling. Keine Bildung bedeutet Skepsis und Angst. Das ist in der Finanzwelt nicht anders. Eine Studie der Ing-Diba 2017 trägt die Überschrift Deutsche sind finanzielle Analphabeten. Nur Großbritannien steht schlechter da.

Egal welche Berufsgruppe: Jeder hat (nahezu) ähnliche Möglichkeiten bei der Geldanlage. Der Unterschied liegt nicht formal im Einkommen und den Möglichkeiten des Sparens, sondern in der Unwissenheit, wie man Geld gewinnbringend investiert. Egal ob Haushaltshilfe, Gesundheits- und Krankenpfleger/In (ja das bedeutet Krankenschwester/Krankenpfleger, die Berufsbezeichnung wurde einfach vor einigen Jahren geändert, aber das nur am Rande), Reinigungskraft, Lehrer oder Software-Entwickler; manch einer informiert sich mehr informiert als andere. Und das bringt Vorteile.

Was schon 50 €  pro Monat bedeuten könnten, habe ich oben aufgezeigt. Natürlich  wird es Unterschiede in den ggf. monatlichen Sparraten und generellen finanziellen Möglichkeiten geben. Aber wer nur über die Finanzpolitik, geringe Rente und eventuell fehlende finanzielle Absicherung im Alter schimpft, aber sich nie mit den eigenen Finanzen und den Möglichkeiten der “Geldvermehrung” bis zum Renteneintritt auseinandergesetzt hat, darf sich meiner Meinung nach auch nicht so sehr darüber beschweren. Daher: früh anfangen und durchziehen!

Das Interesse der Geldanlage ist vor allem durch die Coronakrise zwar deutlich in den Vordergrund gerückt (viele Broker und Banken vermelden neue Rekorde bei Konto- und Depoteröffnungen…), die Frage ist nur, wie langfristig das alles ist. Auch das Thema Geld und Verdienst ist in Deutschland eher negativ behaftet. Keiner mag über seine Finanzen reden. Neid und Missgunst sind keine Seltenheit.

Wie sparen die Deutschen?

Die verbreitetste Geldanlage bei uns konservativen Deuschen unfasst mit ca. 80% das Sparen auf Girokonto und Sparbuch.

Aktien und Investmentfonds sind, trotz absoluter Niedrigzinspolitik, weit abgeschlagen mit 16% bzw 21% Girokonto und Sparbuch.

Im April 2020 waren es 1 Billion €, welche unverzinst auf Girokonten gebunkert wurden. 

Quelle statista.de 2021

Und die Amis?

Als Vergleich erfolgt die Altersvorsorge in den USA traditionell über Aktien bzw. Fonds. Dies funktioniert oft automatisiert über den Arbeitgeber. Daher ist der Bezug zur Börse und Aktien in den USA auch ein ganz anderer als in Deutschland.

Hier ein Beispiel der Entwicklung des DOW Jones, einem Aktienindex, welcher die TOP 30 Unternehmen der USA beinhaltet. DOW JONES noch nie gehört ? Dann aber wahrscheinlich Microsoft, Apple, Visa, McDonalds, Boeing, Walt Disney, Coca Cola … cool oder ?

Und trotz aller Krisen entwickelte sich dieser Index prächtig im Laufe der Zeit.

Quelle: Boerse.de, Der Dow Jones (Top 30 Unternehmen der USA, Urvater aller Aktienindizes, Stand vor Corona)
Quelle: Google “Dow Jones Kurs”, Coronatief bei ca 19.000 Punkten

Man brauch Geduld und Zeit an der Börse, auch um evtl. neue bevorstehende Krisen auszusitzen und zu überwinden.

Das Ziel

Wenn man so einen Blog macht, brauch man kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es geht darum, Geld an der Börse anzulegen mit dem langfristigen Ziel, ein Vermögen aufzubauen. Ähnlich wie auf dem Girokonto oder dem Sparbuch, allerdings mit mehr Rendite. Vermögen ist hierbei nicht unbedingt mit “reich sein” gleichzusetzen. Jeder definiert für sich Vermögen anders. In Zeiten von niedrigen Renten, Nullzinspolitik und einer Inflation von ca 2% / Jahr sollte man sich schon in jungen Jahren überlegen, wie man sein Geld clever anlegen bzw. sparen kann. Es soll ein finanzielles Polster nach dem Ausscheiden aus dem Beruf schaffen. Nebenbei kann das Investieren in Aktien, ETF’s und Fonds aber auch zu einem monatlichen passivem Nebeneinkommen führen. Und dabei ist es nahezu fast egal, welchen beruflichen Weg man letztendlich eingeschlagen hat, denn je nach eigenem Konsumverhalten sollte sparen eigentlich fast immer funktionieren.

In Zeiten in denen Geld auf dem Girokonto 0% Zinsen bringen (seit Jahren und wahrscheinlich für viele weitere Jahre) und auch auf dem Tagesgeldkonto keine signifikante Zinserträge zu holen sind, sollte man sich umorientieren.

Flashback: Me, Myself and I

Als ich in der Schule, in den Nachrichten, in Zeitschriften oder im Internet etwas von Zinsen gehört habe, schaltete ich mein Kopf eigentlich nahezu immer komplett aus. Auch Börse, fallende/steigende Kurse, Aktienfonds, der DAX oder ähnliche Thematiken habe ich gekonnt ausgeblendet, da es einfach für mich absolut langweilig und nach etwas Ungreifbarem klang. Zinsen, Rendite, hör mir auf …

Das sind Themen, mit denen sich nur Banker oder finanziell sehr gut gestellte Menschen beschäftigen (müssen), so war jedenfalls immer meine oberflächliche Meinung dazu. Und eigentlich muss man stellenweise auch zugeben, dass die Thematik kann durchaus sehr trocken und langweilig sein kann. Aber langweilig kann in diesem Fall auch wunderbar einfach sein, denn hat man sich einmal ein wenig informiert (und dazu ist wirklich keine Ausbildung bei der Bank bzw. ein Studium notwendig), dann kann alles automatisiert ablaufen, man muss sich um nichts mehr kümmern und das angelegte Geld arbeitet ganz langweilig für einen. Was will man mehr…

Kleine Anmerkung zu Zinsen:

      • auf Sparbuch/Festgeld/Girokonto und Co. gibt es kaum/keine Zinsen mehr.
      • Geld auf dem Girokonto/Sparbuch „anzusparen“ bzw. eher versauern zu lassen, macht heutzutage absolut keinen Sinn mehr
      • Wenn ihr Pech habt, müsst ihr bei einigen Banken sogar Negativzinsen auf Tagesgeld oder Girokonten zahlen
      • Eine Übersicht von Verivox zu Banken und Negativzinsen findet ihr hier
      • Minuszinsen oder „Strafzinsen“ wurden eingeführt, damit man nicht große Summen an Geld einfach bei seiner Bank liegen lässt. Geld was nur rumliegt, kann nicht arbeiten.

Rendite: Der Wikipediaeintrag dazu lautet (Vorsicht Einschlafgefahr)

“Die Rendite (entlehnt von italienisch rendita, „Einnahmen“) ist im Finanzwesen der in Prozent eines Bezugswerts ausgedrückte Effektivzins, den ein Anleger bei Finanzprodukten oder ein Investor bei Investitionen innerhalb eines Jahres erzielt. Da sich die Rendite meist auf einen jährlichen Kapitalertrag bezieht, kann sie mit der Kennzahl Rentabilität, welche sich auf einen Unternehmenserfolg bezieht, nicht gleichgesetzt werden.”

Ähnliches Prinzip, wie oben erwähnt: hätte ich das damals im TV oder anderweitig irgendwo visuell oder akustisch aufgeschnappt, hätte ich wahrscheinlich früher sofort umgeschaltet, die Zeitschrift weggeworfen oder wär sofort aufgrund der absolut langeweileigen Thematik (damals) in meine Stammkneipe geflüchtet

Daher auch hier kurz und knackig zusammenfassend ein paar Punkte:

  • Rendite = Erträge pro Jahr einer Kapitalanlage = Performance: Rendite ist Geld pro Jahr (Kurswachstum, Dividenden, oder eine Mischung aus den beiden)
  • Beispiel:
    • 1000 Euro investiert, Jahresrendite +5% à nach einem Jahr 1050€ auf dem Konto
    • 1000 Euro investiert, Jahresrendite -5% à am Ende des Jahres 950€ auf dem Konto (ja Geldanlage mit Wertpapieren kann auch mal abwärts gehen)
    • Dividenden: Das sind Gewinne, die an Aktionäre der jeweiligen Firma ausgeschüttet werden, wenn man Anteile (Aktien) einer Firma besitzt. Quasi: Man wird am Unternehmen beteiligt und bekommt dafür Geld, dass man die Aktie im Depot hat
    • Nicht jede Firma schüttet Dividenden aus
  • Fazit: Rendite = Gewinn = Profit

Vergleich Festgeld vs. breitgestreutes Aktieninvestment (z.B. MSCI World)

10 Jahre Anlagehorizont / 10.000 € Investment

  • Tagesgeld 0,5%  –> 10.511 €
  • MSCI World 6%  –> 42.918,71

 

25 Jahre Anlagehorizont / 10.000 € Investment

  • Tagesgeld 0,5% –> 11.327,96 €
  • MSCI World 6% –> 54.274,33 €

Die Vergleiche wurden mit einem Zinsrechner gemacht.

Je länger die Anlagedauer, desto deutlicher kommt der Zinseszinseffekt zum Vorschein. 
Fast 33.000 € Zinsen kommen bei einem Anlagehorizont von 25 Jahren mit dem MSCI World zustande, geht man weiterhin von einer jährlichen Rendite von 6-7 % / Jahr aus. Diese durchschnittliche jährliche Rendite besteht seit 1970.
 
Der Anlagehorizont ist entscheidend ! Die Betonung auf “früh anfangen” kann nicht oft genug kommen.
 

Investieren an der Börse; dafür versuche ich zu sensibilisieren. Zumindest sollte sich jeder diesbezüglich einmal eigene Gedanken machen.

Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Aktienchemiker

    Hi sashcommander,
    ja eigentlich bin ich wohl auch schon zu alt, aber verdient hatte ich ja früher eh nix. Jetzt bin ich dabei. Wo unterschreiben?

    tschau und ein dreifaches roflcopter

    DrJ

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